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Die Schenker-Bewegung

Die Mitglieder der Schenker-Bewegung versuchen, „möglichst für (schenkende) Liebe zu leben“ bzw. „Menschen, die mit anderen nur Geschenke austauschen , (Schenker)“ zu werden, - d.h. gewaltfrei zu teilen, um insgesamt verantwortliche Lebensweisen zu finden.

Unser „Zell- bzw. Wachstumsprogramm“

Wir glauben, dass die Voraussetzung echten Glücks darin besteht, dem eigenen Gewissen zu folgen und insgesamt verantwortlich zu leben, wie eine „gesunde Zelle im Organismus der Welt.“

Als grundlegende Weichenstellung dazu sehen wir den Verzicht auf den äußeren Durchsetzungskampf unter Menschen an, d.h. auf Gewalt und (schädigende) Konkurrenz.

Solche Durchsetzung zeigt ihrer inneren Logik nach nämlich nicht, wer Recht hat (vernünftige Argumente, moralische Qualität), sondern nur, wer sich äußerlich besser durchsetzen kann. Und eine prinzipielle selbstkritische Prüfung führt uns dazu, solches Verhalten (Gewalt und Konkurrenz nach dem Leistungsprinzip ) als uns gegenüber unseren Mitmenschen moralisch eh nicht zustehend anzusehen.

Stattdessen müssen wir Menschen lernen, friedlich geschwisterlich miteinander zu teilen und in echtem Vertrauen gemeinsame Gewissenserforschung und vernünftige „organische“ Planung unseres
(Nicht-)Handelns zu entwickeln, zum Wohle der ganzen Welt.

(Mehr Informationen zu den „Schenker-Idealen“ siehe unsere „Grundsatztextsammlung“.)

Praktische Umsetzung

Die Freiheit und Verantwortung des Einzelnen ist zu betonen. Er kann sich nicht mit „Zweck-heiligt-Mittel-Strategien“ und den Fehlern anderer für wesentliche eigene Fehler oder Mäßigungen entschuldigen (ob mit Blick auf „Gegner“, „angepasste Bürger“ oder nur zu „gemäßigteren Schritten“ bereite „Mit-Alternative“ ).

Mensch muss sich fragen, was im wesentlichen reicht als Beitrag, um insgesamt eine Lösung oder Rettung zu erreichen; das muss mensch tun, nötigenfalls auch allein, und darf sich nur dort von anderen abhängig machen (z.B. in Form von „Fundierten Konsensentscheidungen“ ), wo dieses nötige Maß an Entwicklungsschritten geklärte Voraussetzung ist.

Wir erwarten keine unmögliche Hundertprozentigkeit, aber Grundsätzlichkeit, d.h. Einhaltung der eigenen Prinzipien bis auf vertretbare kleine Ausnahmen und redliche Kompromisse, mit ehrlichem Bedenken, welche Konsequenz zur Erfüllung der Aufgabe reichen kann.

Wir erkennen, dass Mensch unter den gegebenen Umständen zur Erreichung einer Umkehr der Menschheit gar nicht konsequent bzw. „radikal“ genug sein kann in der eigenen „stellvertretend aufopferungsbereiten“ Liebe, in der Gewaltfreiheit und im Teilen.

Wir unterscheiden in der Schenker-Bewegung die Kerngruppe der „Schenker“ (welche nicht nur ihren Lebensrahmen ganz oder fast ganz aus dem Staats-, Geld-, Gewalt- und „Abrechnungs“-System befreit haben, sondern auch konkret für die Schenker-Ideale zur Hingabe ihres Lebens bereit sind), von der gemäßigteren Gruppe der sogenannten „Schenker-Verbündeten“ (welche dieselben Ideale vertreten, aber in der praktischen Konsequenz (noch) nicht soweit gehen).

Wir betonen auch das Bemühen um Durchleuchtung der gesamten Lebenszusammenhänge (um „Ganzheitlichkeit“ ): z.B. ist der Aufbau der rechtlichen und wirtschaftlichen Lebens- und Wirkgrundlagen auf Mitgliedschaft im Staat (einem grundsätzlich auf Gewalt gegründeten Herrschafts- und „Rechts“-System) und Mitwirkung im Geldsystem (Geld = Kontrollmittel direkter bzw. ´einzeln isoliert` „abgerechneter“ Gegenleistung) unseres Ermessens ganz klar keine vertretbare kleine Ausnahme oder ein redlicher Kompromiss, sondern eindeutig ein wesentlicher Widerspruch zum gewaltfreien Umgang unter Menschen und zum gleichen Teilen gemäß den Bedürfnissen.

Und das Staats- und Geldsystem überfordert auch bereits durch seine Kompliziertheit und Unüberschaubarkeit die Fähigkeit der Menschen zu echtem Verantwortungsbewusstsein, wo Mensch die Folgen seines Tuns hinreichend überblicken und moralisch vertreten können muss. Ähnlich lässt sich gegen den technischen Fortschritt argumentieren.

Und wir glauben, dass der Mensch aktiv auf die Probleme zugehen
muss, ob in puncto Bewusstseinsarbeit, Teilen mit Bedürftigen oder mit der Natur.

Das führt uns in der konkreten Praxis zu dem Versuch, eine Bewegung aus drei Lebensformen aufzubauen:

  • PilgerInnen, die ohne Ausweispapiere , Privatbesitz und Geld auf der Straße leben, („Überlebensfähigkeiten“ entwickeln,) Öffentlichkeitsarbeit machen, z.B. indem sie sich mit Plakaten in Städte setzen usw. (Von uns seit 1991 praktiziert)
  • Häuser der Gastfreundschaft bzw. Armenfamilien, wo wir im Sinne „alternativer Sozialarbeit“ unser gewaltfreies Teilen gegenüber armen und schwierigen bzw. aggressiven Menschen bewähren wollen. Wir teilen dort möglichst bedingungslos und familiär unser Leben mit Menschen in Not...

    Wir besitzen Land und Häuser (wie auch all unseren übrigen Besitz) nach sozusagen „indianischem Besitzverständnis“, wonach es nur „moralische Nutzungsrechte“ gibt, die nicht durch Geld oder Gewalt entstehen, sondern durch „organische Einfügung“ in den Lebenszusammenhang der Welt; ohne es gekauft zu haben, mit „Gewissenserklärungen“ statt einklagbaren Verträgen, ohne Grundbucheintragung etc...

    Wir leben ohne Strom- und Wasseranschluss nur von Resten, Geschenken und Selbstversorgung.  (Von uns seit 1994 praktiziert...)
  • Selbstversorgende Lebensgemeinschaften bzw. Dorffamilien, womit wir Modelle eines möglichst einfachen, natürlichen und gesunden Lebens schaffen wollen:

    „Naturmenschen in (Wild-)Natur“, die miteinander einmütig
    entscheiden, geschwisterlich teilen und möglichst behutsam und sanft mit der übrigen Natur umgehen, Pflanzen und Tiere als „andere Organe desselben Weltorganismus“ respektieren...

    Feinsinnige Menschen, die im Bewusstsein ihrer Wissensgrenzen mit ihrer Intelligenz dem „geistig-moralischen 'Gewissensinstinkt'“ und den elementaren Grundgesetzen des Lebens dienen wollen statt kurzsichtiger Profiteingriffe... Sozusagen eine „natürliche Verantwortungskultur“, was nicht blinde Kultur- oder Technikverteufelung bedeutet.

    Wir wollen die Möglichkeit von „Selbstversorgung“ (wobei prinzipiell natürlich weiter Geschenke ausgetauscht werden können), in dem Sinne beweisen, daß eine gute eigene Befriedigung der Grundbedürfnisse kein Unrecht nötig hat, weder direkt noch indirekt...(Selbstversorgung = keine falsche Abhängigkeit!)

    Wir suchen eine Weise der Versorgung, Ernährung und Gesundheit, welche der Natur, den Pflanzen und Tieren dient, statt zu töten und zu verletzen (Tendenz zu veganer Rohkost, „artgemäß“ und bevorzugt durch Sammeln aus Wildnatur). Wir sind bereits imstande, uns Kleidung und Wohnung aus der Natur selbst herzustellen; eignen uns handwerkliche Fähigkeiten an (Flechten, Tischlern etc.) usw. (Von uns seit 1998 praktiziert...)

Unsere Bewegung ist offen für Menschen verschiedenster religiöser oder weltanschaulicher Hintergründe:

Es geht uns in diesem Vorstellungsflugblatt (besonders in Abschnitt I.) und in unserer „Grundsatztextsammlung“ nur um die (möglichst gemeinsame!) Suche und Forschung nach dem für ein verantwortliches
(Zusammen)-Leben unbedingt erforderlichen „Einigungsnenner“ („kleinster nötiger Nenner“); ansonsten (auch schon bei Einzelaussagen dieser Texte) soll größtmögliche Offenheit bestehen bzw. Vielfalt sich ausleben können.

Inhaltlich besondere Bezüge haben wir u.a. zu „spirituell gewaltfreien“ bzw. „anarchokommunistischen“ Strömungen in der Tradition von Buddha, Mahavira, Jesus, Franziskus, Tolstoi, Gandhi, Vinoba, Gräser.

Wir sind mitengagiert bzw. vernetzungsbestrebtz.B. mit den deutschen „Freundeskreisen“ von „Peace Pilgrim“, „Catholic Worker“, „Arche“ (Lanza del Vasto), „Amish people“, „Duchoborzen“, „Hopi-Indianer“ und „Emmaus“ (Abbé Pierre) [-einer von uns hat mehrere Jahre als Verantwortlicher das „Emmaus-Zentrum Dachsberg“ geleitet (Projekt „Wege zur Arche“, wobei „Arche“ hier im allgemeinen Sinne von „Überlebensmodell bzw. -gemeinschaft“ gemeint ist, nicht enggeführt auf die „Arche“ von Lanza...), wo auch Herrmann Meer, einer der Initiatoren der ( grünen ) „Kommunebewegung“, mitwirkte; wir führen inhaltlich dieses Projekt „Wege zur Arche“ weiter... -].

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