Die Schenker

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Der Öm!-Text
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Vorsicht vor Spiegelfechterei!

Öff!Öff! vor seiner Jurte

Öff!Öff!, der Urheber dieses Textes vor seiner Jurte

Der folgende Text kann als „Einleitung zum Öm!-Text“ und ähnlichen „Grundsatz- papieren“1 angesehen werden.

Er entstand seinerzeit auf dem Hinter- grund von Diskussionen einiger junger Leute, die sogar beabsichtigten, eine „Lebensgemeinschaft“ zur Verwirklichung der in solchen Grundsatzpapieren angesprochenen Ideale zu versuchen.

Weil aber ihre Diskussionen miteinander über einige Entwürfe eines gemeinsamen Grundsatzpapiers manchmal recht heftig wurden, sollte der vorliegende Text eine Besinnung auf das wesentliche Kernanliegen sein.

Sobald dies Kernanliegen hinreichend geklärt ist, sollte mensch möglichst versuchen, es ins Leben umzusetzen, auch ins Zusammenleben. Denn dadurch entsteht ein echter Nährboden, auf dem auch weitere Diskussion fruchtbar sein kann. Wenn dieser Nährboden fehlt, besteht leicht die Gefahr, dass „tiefe“ oder „hoch-fliegende“ Diskussionen vom Leben “abheben“, Schein-Probleme vorgaukeln oder gar Streit bewirken.

Das Kernanliegen im Auge behalten

Ich glaube, dass es wichtig ist, bei unseren Diskussionen über unsere Grundsatzvorstellungen und –texte unser Kernanliegen vor Augen zu behalten:

Was ist entscheidend wichtig? Und was an inhaltlichen und formalen Problemen, über die man vielleicht viel und interessant diskutieren kann, kann man auch offen lassen, weil das entscheidend Wichtige auch ohne eine Lösung dieser Probleme möglich ist?

Grundsatztexte definieren den notwendigen gemeinsamen Nenner

Die Grundsatztexte sind so gedacht, dass damit möglichst kurz, klar und für das eigene Verstehen jedes Einzelnen selbständig verwendbar der notwendige gemeinsame Nenner eines gerechten und friedlichen Lebens dargestellt werden soll.

Die Absicht, einen solchen gemeinsamen Nenner zu finden, ergibt sich zwangsläufig, wenn man – erst einmal für sich selbst – erkannt hat, dass man sich gewaltfrei um Gerechtigkeit bemühen muss. Denn das bedeutet ja, dass man höchstens versuchen darf, andere Menschen zu überzeugen, und sie jedenfalls als mündig und selbstbestimmt behandeln muss, d.h. auf der Basis von Handlungsfreiheit für jeden Einzelnen gemäß seiner eigenen Einsicht und Freiwilligkeit.

Im Bild gesprochen: Wenn man den Menschen ihr Steuerruder nicht abnehmen darf, muss man schauen, dass jeder ein eigenes richtiges Steuerruder hat!

Bei den Grundsatztexten darf es daher nicht darum gehen, möglichst viel vom eigenen Denken zu verallgemeinern!

Vielmehr muss es unser Kernanliegen sein, möglichst wenig, eben nur das Wesentliche, als Zustimmung von anderen Menschen zu erwarten, damit wir uns dann mit ihnen zusammen im Dienst derselben Wahrheit verstehen und auch praktisch mit ihnen zusammenarbeiten können.

Es kommt sozusagen nur darauf an, die „Wurzelsteuerung“ (bzw. das eigene innere „Zell- oder Wachstumsprogramm“) im Menschen soweit freizulegen, dass er dann „von allein in die richtige Richtung läuft.“

Oder – anders ausgedrückt:

Es geht darum, nur den „kleinsten nötigen Einigungsnenner“ zu finden, damit wir mit allen anderen Menschen gemeinsam global verantwortlich zusammenleben können und auch gemeinsam mit ihnen möglichst gut vernünftige, richtige Antworten auf die tausend Einzelfragen des Lebens suchen können, gemeinsam unsere Gewissen erforschen können usw...

Das Gewissen als letzte Grundsteuerung

In diesem Sinne will ich hier im folgenden noch einmal als verdeutlichende Anregung versuchen, mit besonderer Betonung des Gemeinsamen bzw. Allgemeinen in unseren Grundsatztexten, unser „Kernanliegen“ grob herauszukristallisieren:2

Wir kamen zur Begründung für unsere Gewaltfreiheit, als wir uns selbst kritisch geprüft haben, insbesondere unsere Erkenntnisfähigkeiten und Erkenntnisgrenzen.

Dabei kam nämlich – gerade bezüglich der entscheidenden Lebensfragen – heraus, dass wir grundsätzlich jeden Menschen als uns gleichberechtigt ansehen müssen, seine eigenen Meinungen zu entwickeln.

Daher müssen wir auch auf die Fähigkeit eines jeden Menschen bauen, in seinem eigenen Fühlen, Wollen und Denken, in seinen eigenen Erfahrungen und eigenem Nachdenken den entscheidenden und tragfähigen letzten Halt zu finden, um selbständig richtig leben und auch gerecht mit anderen Menschen zusammenleben zu können.

Damit dieser Halt im eigenen Denken nicht egoistisches oder willkürliches Denken und Verhalten bedeutet, muss das eigene Denken als letzte Grundsteuerung das „Gewissen“ haben, das heißt eine „innere Wertungsinstanz“, welche statt begrenzter Gesichtspunkte und Teilinteressen das insgesamt denkbar Beste, das allgemein Wahre und
Gute, zum entscheidenden Maßstab erhebt.

Man soll sich also dem allgemein Guten mit Allem, was man ist und hat, hingeben, und nicht – im Widerspruch dazu – ein Teilinteresseals maßgeblich ansehen, d.h. „aus dem Gesamtzusammenhang herausreißen.“

Ein Teilinteresse, das in Widerspruch zum allgemein Guten geraten kann, ist dann sogar auch die Erhaltung des eigenen Lebens, welches ja nur ein Leben unter vielen ist...

Um also ganz für das allgemein Gute zu leben, reicht es wohl nicht aus, nur selbständig denken zu können! Man muss vielmehr sein Leben und seinen Lebenssinn so sehr mit dem Denken bzw. der Wahrheit verbunden verstehen können (sozusagen „organisch denken“ können), dass man die Befolgung des Gewissens z.B. sogar da, wo man vielleicht dafür sterben muss, als die eigentliche und letztlich glücklich machende Selbstverwirklichung auffassen kann...

Auf dem Hintergrund des so beschriebenen Halts und Lebens im eigenen Denken und Gewissen muss man noch darauf hoffen, dass man sich mit allen Menschen über die grundsätzlichen Vorstellungen von Gewaltfreiheit und gleichem Teilen einig werden kann, wie sie in unseren Grundsatzpapieren ja einheitlich beschrieben werden.

Denn auch über diese Inhalte muss Einigung bestehen, wenn man davon ausgehen können möchte, dass die Menschen grundsätzlich eine ausreichende gemeinsame Grundlage in ihren Überzeugungen aufweisen, um gerecht und friedlich zusammenzuleben.

Das Einmaleins

Diese allergröbste Darlegung unseres Kernanliegens müsste auch uns verbinden, wenn wir uns gemeinsam so in den Dienst der Gerechtigkeit stellen wollen, wie uns das z.B. bei unserer Absicht einer „Wohn- bzw. Lebensgemeinschaft“ vorschwebt.

Wenn man diese grobe Darlegung unseres Kernanliegens einmal vergleichen würde mit der Absichtserklärung, Rechnen zu lernen, dann wären unsere Grundsatzpapiere so etwas wie der Versuch, in grundlegendster Weise Zahlen und ihre Zusammenhänge zu entdecken, vielleicht auch so etwas wie ein „Einmaleins“ zu entwickeln.

Mögen wir uns darum in Offenheit und Geschwisterlichkeit bemühen...


  1. Wie sie in der „Vorbemerkung zur ´Grundsatztext-Sammlung der Schenker (GTS)`“ beschrieben sind.
  2. Auch wenn dabei Manches ohne Hinzunahme der Grundsatztexte wohl nicht sehr tief verständlich ist.

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