Was geht hier ab?
Das war die Frage, die sich mir stellte. Offensichtlich wurden, seitens der Politik und der Presse, die Fakten völlig anders interpretiert, als meine Wenigkeit und andere Fachleute das sahen. Die vorherrschende Meinung war scheinbar, daß die Arbeitslosen selbst Schuld an ihrer Situation sind. Was für eine Verdrehung der Tatsachen.
Übrigens war ich auch mal zu einem Akquisitionsgespräch bei Roland Berger. Denen war vor Jahren schon klar, daß es keine Vollbeschäftigung mehr geben würde und daß massenhafte Arbeitslosigkeit bevor stand. Heute berät die Truppe die Regierung!
Es war also nicht Unwissenheit der Politiker - wie ich zunächst vermutete - sondern es steckte eine propagandistische Absicht hinter der böswilligen Jagd auf Minderheiten und Schwache in der Bevölkerung.
Es sollte kein eigentlich anzustrebendes neues Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell (Umverteilung des Reichtums) geschaffen werden, sondern es wurde das zynische, amerikanische Modell angestrebt.
Statt Umverteilung, werden die Leute in Billig- und Mehrfachjobs und/oder in die Armut gedrängt. Demnach dürften Slums die nächsten Entwicklungen sein, mit denen wir zu rechnen haben.
(Vielleicht wird ja irgendwann die Mauer wieder hochgezogen. :-( )
Aber wie, bitte schön, will man in einigen Jahren 80% der Bevölkerung mit Billigjobs und drohender Armut in den Griff bekommen?
In diesem Zusammenhang wurde auf der Konferenz vom so genannten "Tittytainment" gesprochen. Damit war eher die weibliche Brust als Minimalernährer, als als Sexobjekt gemeint. Die Menschen sollten mit einer Grundernährung versorgt und mit Unterhaltung (TV, Spielen usw.) abgelenkt werden, damit sie nicht auf "dumme" Gedanken kommen (wie "Brot und Spiele" im alten Rom).
Betrachtet man die Entwicklungen der heutigen Medien, so hat man den Eindruck, die haben das "Tittytainment" falsch interpretiert. Inzwischen geht es offensichtlich nur noch um Sex (mit Tendenz zur Pornografie).
(Was mich dazu brachte, weder Zeitung noch Zeitschrift zu abonnieren und auch Radio und Fernsehen abzumelden. Ich lasse mich nicht mehr
verblöden. Das Internet ist sowieso die weit bessere Informationsquelle. Außerdem: Mit einer Büchereikarte kann ich lesen, soviel und wann und wo ich will. Geld spare ich so auch noch.)
Meiner Meinung nach bekommt auch die "angebliche Terrorismusgefahr" unter diesem Gesichtspunkt eine ganz andere Bedeutung. Es liegt der Verdacht nahe, daß die heutigen Eliten sich nach und nach absichern, um gegen evtl. zukünftige Attacken der eigenen Bevölkerung gewappnet zu sein. Verschärfte Überwachung ist also vermutlich nicht gegen den Terrorismus gerichtet, sondern gegen die zukünftig verarmte, arbeitslose Bevölkerung.
In Casablanca wohnen die Reichen in einem bewachten Viertel.
Die Erkenntnis, daß unsere Politik kein anderes Modell, sondern das extrem ungerechte, amerikanische Ausbeuterprinzip auf Kosten aller anstrebte - inklusive der Vernichtung der Natur - ließ auch den letzten Glauben an die Vernunft der Eliten (zu denen ich mich einst irgendwie zählte) schwinden.
Aber was konnte ich machen?
Ich weiß zwar, daß ich nichts weiß - aber eines weiß ich ganz genau. Für mich gilt nicht die Aussage vieler Leute: "Ich kann doch eh nichts machen!"
Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß jeder etwas tun kann.
Als ich beispielsweise 1983 mit den Computern anfing, war ich absoluter Exot. Ich wurde für einen Freak - von vielen sogar für einen Spinner - gehalten, wenn ich behauptete, daß irgendwann in fast jedem Haushalt so ein Ding stehen würde. Ich redete und schrieb mir damals häufig einen Wolf. Heute ist das so gut wie Realität.
Genauso erging es mir mit dem Internet. Als ich 1995 die Internetfirma mdc- Bremen gründete, sagte auch jeder: "Wie - Kaufhaus im Internet - was für ein Schmarrn." Heute dürfte ebay das weltweit größte Kaufhaus überhaupt sein (ca. 30 Mio. Kunden - wenn ich mich nicht täusche).
Als ehemaliger Werber weiß ich außerdem, daß es entweder nur genügend Zeit oder genügend Geld oder am Besten beides braucht, um fast jede noch so blöde Idee zu "verkaufen." (Man spricht in der Agenturszene auch von: "Aus Scheisse - Kakao machen!")
Auf die Art und Weise werden beispielsweise heutige Trends gemacht. Oft geht dabei die Initialzündung nur von ein paar Leuten aus. Das kann z. B. ein einzelner Artikel oder eine Artikelserie in einer Zeitschrift sein. Entscheidend ist die Penetranz und Präsens - letztlich also die Ausdauer.
Beispiel für einen "Scheisse-Kakao"-Trend: "Wie ist es möglich, die Menschen davon zu überzeugen, dass Jeans, die vorn und hinten an den Beinen und am Po fast durchgescheuert sind, absolut toll sind. So toll, daß die Menschen für eine fast durchgescheuerte Hose“ mehr bezahlen als für eine neue?
Da es prinzipiell nur wenige braucht, um einen Trend zu setzen, und ich selbst schon so einige in Gang gesetzt habe (als Werber), gilt für mich nicht: Ich bin doch nur ein armes machtloses Würstchen!“
Ich bringe auch gern das Beispiel aus der Chaostheorie. Dort wird behauptet, daß aufgrund der chaotischen Zusammenhänge im Chaos, ein Schmetterling, der beispielsweise in Deutschland mit den Flügeln schlägt, in Japan einen Gewittersturm auslösen könnte.
Wem das zu hoch ist. Es gibt noch ein anderes Beispiel.
Wenn jeder Mensch jeden Tag nur einen weiteren Menschen davon überzeugen würde, daß eine bestimmte Sache gut ist, wie lange würde es brauchen, um die gesamte Menschheit zu überzeugen?
1. Tag = ich überzeuge einen anderen
2. Tag = wir 2 überzeugen 2 andere
3. Tag = wir 4 überzeugen 4 andere
4. Tag = wir 8 überzeugen 8 andere
5. Tag = wir 16 überzeugen 16 andere
6. Tag = wir 32 überzeugen 32 andere
7. Tag = wir 64 überzeugen 64 andere
Nach nur einer Woche sind bereits 128 Mitglied in meinem
Überzeugungsclub. So ähnlich funktionieren die, in Deutschland verbotenen, Kettenbriefe und auch das Multi Level Marketing.
Nach einer weiteren Woche wären es bereits 16.384 Mitglieder.
Nach 30 Tagen sind das dann 536.870.912 Clubmitglieder - also ca. 0,5 Milliarden.
Tag 31 = 1.073.741.824
Tag 32 = 2.147.483.642
Tag 33 = 4.294.967.296
Tag 34 = 8.589.934.592
Tag 35 = 17.179.869.184
Spätestens nach 33 Tagen, ist also theoretisch die ganze Menschheit Mitglied im Club. (Hoffentlich habe ich mich nicht verrechnet. Mein Mathestudium ist schon lange her. ;-) )
(Übrigens, jetzt dürfte jedem klar sein, warum Kettenbriefe nur kurz funktionieren. Ach ja, unser Zinssystem läuft nach gleichem Prinzip - nur langsamer! Wie lange funktioniert das wohl noch?)
Fazit: Jeder kann etwas machen!
Für mich habe ich erst einmal versucht zu klären, welche Bedeutung es hätte, wenn diese 80:20 Prognose eintreffen würde. Oder anders:
Wo liegt eigentlich das Problem?
Das Problem hängt meines Erachtens mit dem Geld, besser mit dem Nichtwissen zusammen, wie man ohne Geld in dieser Gesellschaft (auf dieser Welt) leben kann.
Ähnlich, wie auf der Tour:
Ich hätte gern noch weiter gemacht, wußte aber nicht, wie ich ohne Geld über die Runden kommen sollte. Obwohl ich ein Dach über dem Kopf hatte (Zelt) und auch schon früher einmal Survivaltraining gemacht hatte. Ich konnte mich also theoretisch und auch praktisch aus der Natur ernähren, fühlte ich mich aber nicht in der Lage, ohne Geld meinen Wunsch zu
erfüllen. Traurig, traurig, traurig!
Ich fragte mich, warum ich eigentlich so viele Jahre mein Gehirn trainiert hatte, mich mit allem möglichen - scheinbar wichtigen "Gedankengut" - beschäftigt hatte, aber nicht einmal in der Lage war, wie unsere ältesten Verwandten, die Primaten, simpel zu (über)leben.
Als ehemaligem Biologen war mir auch klar, daß der Mensch das einzige Lebewesen auf der Welt war, das die Überlebensfähigkeit in der Natur mehr oder weniger verlernt hatte. Dies aber Millionen Jahre durchaus konnte. Sonst wären wir ja längst ausgestorben.
Diese Erkenntnis war ziemlich ernüchternd.
Im Prinzip mußte ich nur wieder lernen, was die Menschheit und die Tiere schon seit ewiger Zeit beherrschten.
Dann würden sämtliche Abhängigkeiten entfallen. Das Geld und damit die Eliten würden größtenteils ihre Macht verlieren.
Ich könnte überall da leben, wo ich mir genügend Nahrung verschaffen konnte. Wo ich mir mit einfachen Mitteln ein Dach über dem Kopf bauen kann, und wo ich Trinkwasser finde. Das wäre es. So stupid and simple!
In der Theorie ist das auch scheinbar so simpel. In der Praxis sieht es denn aber wieder anders aus.
Auf der Tour war das Problem nicht, ein Zelt zu haben und darin zu
schlafen, sondern einen Platz zum Aufstellen zu finden. In Deutschland und in vielen anderen Ländern ist das Wildzelten schlicht verboten. So ist man gezwungen - jedenfalls wenn man nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen will - auf Zeltplätzen zu übernachten. Die wiederum sind natürlich nicht kostenlos.
Da haben sich also irgendwelche Menschen einfach die Erde geschnappt und gesagt, “das ist meins und hier darfst du nur schlafen, wenn du mir "Kohle" dafür gibst.” Und nicht nur das: Es gab sogar noch Gesetze, daß jedes Schlafen außerhalb solcher zu bezahlenden Plätze verboten ist.
Ich muss ganz ehrlich zugeben: Bevor ich diese Tour gemacht hatte, sind mir solche Gedanken überhaupt nicht ins Bewusstsein gedrungen. Ich war, aus heutiger Sicht, schlichtweg dämlich!
Ich habe es für selbstverständlich gehalten, daß sich beispielsweise meine Eltern oder mein Bruder ein Haus mit einem Grundstück gekauft hatten, und damit auch das Recht erwirkten, jeden Fremden, sei es Mensch oder sogar Hund und Katz, von Ihrem Grund und Boden zu vertreiben. Ja, ich war ja sogar bestrebt, selbst Grund und Boden zu erwerben.
Ähnliche "Tiefblicke" erhielt ich beim Problem des Wassers und der Nahrung.
In sengender Sonne unterwegs, reichte oft die transportierte Wassermenge nicht bis zur nächsten "Einkaufsmöglichkeit." Schließlich wiegt ein Liter ein Kilo. Bei ca. 8 Liter Tagesbedarf sind das 8 Kilo die bergauf und -ab bewegt werden wollen.
Wasser aus dem nächsten Bach oder Fluss. Pustekuchen, da holt man sich doch sonst was. Also fragt man halt irgendwo, ob man ein wenig Wasser haben kann.
Viele sagen nichts und geben einem Wasser. Aber manchmal hört man auch schon so den einen oder anderen Spruch, daß der Wasserspender auch hart dafür arbeiten muss, blablabla... Man kommt sich wie ein Bettler vor, wenn man nach der primären Lebensquelle des Menschen fragen muss.
Also entweder arbeiten oder verdursten! In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Das gleiche Dilemma mit der Nahrung.
Man hat den Kalorienbedarf unterschätzt, weil das vor einem liegende Gelände auf der Karte nicht so schwer eingeschätzt wurde. Der Hungerast kommt immer in der unmöglichsten Gegend. Weit und breit kein Schwein - jedenfalls war das bei mir so. ;-)
Aber halt, da hinten sind einige Felder mit leckeren Oliven, Äpfeln oder ähnliches. Was tun?
Meine gute deutsche Erziehung sagt mir: "Du musst jemanden fragen - ob du darfst!"
Mein moralisches "Tiefenbewusstsein" sagt mir: "Du hast Kohldampf und noch einige Berge vor dir. Willst du dich hier neben die Straße legen. Hau rein!"
Tja - und so wurde ich langsam ein anderer Mensch.
Mir wurde immer klarer, daß viele Regelungen nur zum Schutz der Besitzenden sind. Ein Mensch, der nur einfach leben will, mit nur einem Fahrrad, einem Zelt und einem Schlafsack, hat keinen dauerhaften Platz in dieser Welt. Obwohl er keinem etwas nehmen will, keinen Schaden anrichten will, keine Tiere töten will, nicht mehr besitzen will als sein Rad und die wenigen Sachen, die er bei sich trägt..
Ich begann mein Leben zu maximieren und meinen Verbrauch zu minimieren.
Streng nach "kaufmännischen Gesichtspunkten" wurden überall, wo es ging, Kosten gespart. Interessanter Weise kam gerade zu Beginn der Werbespruch "Geiz ist geil!" auf. Ich lag scheinbar voll im Trend. ;-)
Außerdem war ich als ehemaliger Selbständiger ja nicht abgesichert, bekam also kein Arbeitslosengeld, sondern musste von der knappen Sozialhilfe leben. Was den Prozess der Erkenntnis nicht unerheblich beschleunigte.
Ich hatte auf der Tour wieder angefangen zu rauchen (Das Abenteuer und die Marlboro, ich weiß, wie tiefenpsychologisch Werbung wirken kann). Ich habe Gott sei Dank wieder aufgehört.
Ich fing an, das Gesparte in Arbeitsstunden umzurechnen. Dabei ging ich von sehr geringen Stundensätzen aus (ca. 8 Teuros die Stunde - eben Billiglohn). Durch das Rauchen-aufgeben hatte ich monatlich ca. 60 Teuros gespart. Mensch brauchte also ca. einen Tag nicht mehr zu arbeiten. Super - auch wenn es zunächst ziemlich schwer fiel, durchzuhalten - ich meine das mit dem Rauchen, nicht das Arbeiten. ;-)
Als nächstes kamen Getränke dran.
Auf der Tour hatte ich Wasser lieben gelernt. Man glaubt gar nicht, wieviel unterschiedliche Geschmacksausprägungen es gibt. Da ist das klare leckere Gebirgsbachwasser, kalt direkt in der frühen Morgensonne in der Nähe der Quelle gezapft. Da ist das abgestandene Wasser aus der Leitung des kleinen Hotels - bäh. Oder das künstlich aufgepeppte Wasser vom Supermarkt - na ja.
Also ab sofort gab es nur noch Wasser direkt aus der Leitung (einen einfachen Wasserfilter habe ich mir allerdings gegönnt) und grünen Tee. Letzteres kompletter Luxus. Ansonsten besorgte ich mir Kombucha, ein uralter Pilz, mit dem mit schwarzem Tee, Zucker und Wasser ein sehr gesundes (entgiftendes) - leicht moussierendes, erfrischendes Getränk selbst gemacht werden kann. Mein Trend geht zu selbst gesammelten Kräutertees.
Folge: Kein mühsames Schleppen von Flaschen aller Art. Alkohol trinke ich eigentlich gar nicht mehr. Auch wenn ich kein militanter Antialkoholiker bin. Es schmeckt mir schlicht nicht.
(Wenn mir einer mal ein Bier/Wein anbietet - na gut, wenn es unbedingt sein muss. Kommt aber kaum noch vor.) Außerdem spare ich wieder viel Geld und gewinne im Gegenzug kostbare Lebenszeit. Wieder war ein Arbeitstag eingespart worden.
Zudem muss kein LKW wieder irgendeinen armen Radfahrer in den Graben pusten, weil er kistenweise Getränke von A nach B bringt. ;-)
Der nächste Punkt waren laufende Kosten. Insbesondere hatte ich Versicherungen im Visier. Brauche ich eine Haftpflicht, eine Hausrat und eine Rechtsschutz? Antwort: Nö!!!
Da ich kaum noch etwas materiell "Wertvolles" besitze und auch nicht mehr besitzen will. Wozu?
Klar wäre es sehr ärgerlich, wenn mein Fahrrad gestohlen würde. Für den Fall habe ich aber einen Rucksack. Dann geht es eben zu Fuß los.
Ich habe mal einen Spruch - interessanter Weise in einer Bank - gelesen. Da stand: "Wirklich reich ist der, der nichts mehr braucht!"
Tja - Volltreffer - würde ich sagen. Mit Sicherheit von den Bankern nicht so gemeint - aber das ist ja gerade der Witz. Freud lässt grüßen: Aus Versehen, das Rezept gegen Banken in einer Bank ausgelegt. Ich könnte mich krümeln. :-))
Trotzdem mag ich mein Fahrrad. Es gibt mir das Gefühl von Flexibilität und Freiheit. Also so ganz gern würde ich es nicht verlieren. ;-)
Noch lieber würde ich mit einem Pferd unterwegs sein - wenn es denn freiwillig mitkommt. Ich kann allerdings (noch) nicht reiten.
Mit einem Rad kann man auf einer langen, manchmal einsamen Tour so schlecht sprechen. Mit einem Pferd allerdings auch nicht. Aber man hat wenigstens den Eindruck, daß es zuhören kann (Ohren wackeln usw.) und es kriegt keinen Platten. Ist mir jedenfalls nicht bekannt... :-)
Zurück zu meinen Lebens-Optimierungs-Maßnahmen.
Auf meinem Kostenplan befanden sich noch einige erhebliche
"Auffälligkeiten." Besonders ins Auge fielen mir die Miete und die Nebenkosten.
Dazu wollte mir aber so recht noch keine Lösung einfallen. Insbesondere die Miete ist mir ein Dorn im Auge. Verdammt - kein Affe muss für einen Schlafplatz zahlen - aber die angebliche Krone der Schöpfung arbeitet zu einem großen Teil dafür, daß sie eine Decke über dem Kopf hat.
Ich durchstöberte alle mir bekannten Ecken des Internets. Die Ergebnisse waren eher dürftig. Irgendwie kam meist ein Haus dabei heraus. Egal, ob es nun aus Lehm, Stroh, Holz oder Kombinationen solcher "Naturmaterialien" geschaffen war, es kostete
a) immer noch viel zu viel Geld und war
b) schlichtweg unpraktisch.
Mal ehrlich, wie blöd sind wir Menschen eigentlich, wenn wir uns ein Haus an die Backe binden, für das wir ein ganzes Leben lang arbeiten müssen?
Außerdem sollte man doch dann bitte so bauen, daß man nicht bei den zukünftig vermehrt auftretenden Unwettern und Überschwemmungen - Stichwort: Klimakatastrophe - in Gebieten baut, die überschwemmt werden. Der Gipfel der Dummheit scheint mir auch zu sein, daß die teuersten Grundstücke direkt am Wasser liegen. (Obelix würde sagen: "Die spinnen, die Römer!)
In der heutigen Welt wird von uns vermehrt Flexibilität erwartet. Warum bauen wir dann immer noch für alle Ewigkeit? Da wird die Erde aufgerissen, zubetoniert, weggeschleppt und kontaminiert, nur damit die Dame oder der Herr sein Haupt angemessen betten kann.
Jeder Long-distance-Radfahrer weiß, daß es sinnlos ist, gegen die Natur anzukämpfen. Wenn der Wind stramm von vorn kommt, versuche ich den gleichen Rhythmus wie immer zu fahren. Mit dem gleichen Kraftaufwand. Wenn das nicht geht, fahre ich entweder im Windschatten, seitwärts, zurück oder raste.
Was ich damit sagen will: Wenn Unwetter, Überschwemmungen, Erdbeben oder sonstige Katastrophen zu erwarten sind, dann baue ich doch eine Behausung, die ich schnell auf- und abbauen kann, die ich überallhin mitnehmen kann, wo ich überall meine Baustoffe für bekomme, die sich nicht den Naturgewalten sinnlos entgegenstellt.
Kurz: Ich halte mich an nomadisch lebende Völker. Seien es nun die Prärie- Indianer, die Beduinen oder die im hohen Norden lebenden Völker. Ich baue also entweder ein Zelt oder eine Jurte o.ä. Statiker halten das indianische Tipi für eine optimale Bauform.
Da war es wieder - mein Lieblingszelt. (Ich wollte schon immer wie ein Indianer leben! ;))
Tja, aber hat schon mal einer versucht, in Deutschland dem Superland der Regeln, Verordnungen und Gesetze - einen Bauantrag für ein Tipi zu
stellen? Ich schätze, das könnte leicht zu einer Lebensaufgabe werden, die letztlich über die Bildung einer Partei zu einer offenen Revolution und zum Umsturz des Systems führt. ;-)
Aber genau “das in einem Tipi wohnen können,” das kostenlose Wohnen, muss das Ziel sein. Na gut - eine Jurte o.ä. ist auch OK. Nur dann können 80% der Bevölkerung, nach der Prognose, überhaupt noch hier leben.
Statt Arbeitslosengeld und Sozialhilfe zu zahlen, sollte den Leuten lieber beigebracht werden, ohne Geld, sinnlose Arbeit und sinnlose, umweltschädigende Bauvorhaben zu leben. Eine Anschubfinanzierung in der Übergangsphase ist dabei sicher nützlich.
Meine Devise:
Gebt jedem ein Tipi oder eine Jurte oder ähnliches, ein bisschen Boden zum Bepflanzen, das Know-how, alles lebensnotwendige selbst herzustellen oder zu sammeln, und verschont sie mit der Anwesenheit von Beamten,
Lehrern, staatskonformen Sozialarbeitern und sonstigem regelwütigem und "klugscheißendem" Volk. (Sorry, aber das musste mal raus! ;-) ) Außerdem verschont sie von Gehirnwäsche in Form von dusseliger Werbung und unwichtiger Information.
Wäre das nicht schön? Oder ist das "zurück in die Steinzeit" bzw. nur blödes Gewäsch? Würde etwas überhaupt funktionieren?
Wenn ich das mal so "am Rande" anspreche, halten mich die meisten für etwas "überkandidelt," um das mal vorsichtig auszudrücken. Aber das kenne ich ja schon aus meiner Zeit in den Anfängen der Computerei.
Trotzdem stellt sich doch die Frage: War denn alles, was in der Vergangenheit von den Völkern der Erde praktisch erprobt wurde, schlechter als die heutigen, angeblich so fortschrittlichen Produkte? Waren die Menschen wirklich unglücklicher?
Würde es nicht eher weise sein, mit den heutigen Möglichkeiten, zu überprüfen, welches die besten "Erfindungen" aller Zeiten waren. Jeder weiß doch - im Nachhinein ist man immer schlauer. (Man sollte es zumindest sein.)
Wäre es nicht sinnvoll, eine Welt zu schaffen, die aus den besten Entwicklungen der Natur und der Menschheit der vergangenen Jahrmillionen besteht? - Logischerweise sollte man von den miesesten Erfindungen tunlichst die Finger lassen!
Überall gibt es Analysen, wird geforscht und getan. Mir ist aber nicht eine einzige Studie oder ein Forschungsprojekt bekannt, das genau das o.g. erforscht. Warum nicht? Besser kann man doch Geld und Arbeitskraft gar nicht investieren. Man nutzt die Erfahrungen vergangener Jahrtausende.


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