Die Schenker

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Der Öm!-Text 3
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Der „Öm!-Text“
Versuch eines „Leitfadens“ bzw. „Zellprogramms“ weltanschaulicher Grundorientierung

Könnte der bedeutungslose Phantasie-Laut Öm!1 nicht einfach einen Anstoß bedeuten, die ganze Welt der (fremd-)bestimmten Bedeutungen mal mit der Frage zu knacken:

Was ist (mir) überhaupt wichtig und richtig?
oder sogar:
Was ist das Wichtigste, das Du Dir denken kannst?

Bedenkenswert mag dazu auch der folgende Satz eines Philosophen sein:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit, aus der Faulheit oder Feigheit, selbständig zu denken...“

Was ist das Wichtigste?

Ich hab mal gemerkt, dass ich auf sehr wichtige Fragen nicht gut und sicher antworten konnte. Von sehr wichtigen Dingen hatte ich wohl noch keine genaue Ahnung.

Weil ich aber an diesen Dingen nicht vorbeileben, sondern sie herausfinden wollte, so gut ich kann, begann ich, danach zu suchen und nachzudenken:

Was bin ICH und was ist mein Zusammenhang mit der übrigen Welt?

Was ist also das Wichtigste, womit ich mich beschäftigen soll?

Es geht dabei um das Wichtigste für „mich“; d.h., mein ICH ist erst einmal ein Maßstab, um damit „Wichtigkeit“ zu beurteilen.

Deshalb kann man wohl zuerst die Frage stellen: Was bin ICH?

Was unterscheidet also mein ICH von irgendwelchen anderen Dingen?

Was ich kenne, gehört erstmal mehr zu mir als das, was ich nicht kenne.

Und das, was ich nicht nur kenne, sondern worüber ich auch noch bestimmen kann, gehört mehr zu mir als das, worüber ich nicht bestimmen kann.

Daraus folgt: Kennen, d.h., sich etwas sagen bzw. etwas bewusst erleben zu können, und Wollen, d.h., etwas entscheiden oder beeinflussen zu können, sind erstmal wesentliche Eigenschaften meines ICH.

Wenn das so ist, dann bin ich eigentlich erst dann ein wirklich „entwickeltes“ ICH, wenn ich „mich“, d.h. die eben beschriebene Bedeutung meines ICH, verstehe und mit meinem Willen steuern kann...

Dieses „eigentliche ICH,“ sozusagen mein „selbstbewusster Wille,“ kann aber nur durch Nachdenken entstehen...

Es braucht dazu Fragen und Antworten, braucht ein solches Sprechen mit sich selbst, wie ich es hier tue.

Und so wie dieses ICH erst im Gespräch mit sich selbst entsteht, so lebt es auch nur in der Welt, Wahrheit oder Wirklichkeit, die in dieses Gespräch irgendwie mit einbezogen werden kann.

D.h.: Das ICH lebt (erst einmal) wohl nur mit den Dingen, Wesen oder Zuständen zusammen, die es mit sich in Zusammenhang bringen kann, die es also irgendwie kennen und wollen kann.

Natürlich kann man nun nicht alles in jeder Hinsicht kennen und
bestimmen – oder Halt!: in einer Hinsicht zumindest kann man wohl doch „alles kennen und bestimmen“...

Woher? Wohin? Warum? Wozu?
Was ist Grundlage und Ziel meines „Gesprächs mit mir selbst?“
Was ist der Zusammenhang von (Gott), Gewissen und Allgemeinwohl?

Und zwar wird diese „alles umfassende“ Weite des Bewusstseins dann etwas verständlich, wenn man sich nach der Grundlage und dem Ziel des Gesprächs mit sich selbst fragt.

Die Grundlage ist allgemein das, was (sprachliche) Bedeutung hat, also
das, was in das Gespräch mit sich selbst irgendwie mit einbezogen werden kann...

Als Ziel, das dem Grundbedürfnis des Menschen nach Glück letzte Erfüllung bieten kann, findet man wohl die Antwort auf alle Fragen und Lösung aller Probleme...

Beide Antworten - „allumfassende Bedeutung“ und „Lösung aller Probleme“ - sagen etwas aus, was das „unterscheidende Denken“ wohl sprengt, etwas, was nicht als ein Teil des Gesprächs mit sich selbst neben anderen Teilen verstanden werden kann.

Auch einen Gegensatz dazu kann man wohl nicht denken...

Diese Grundlage und dieses Ziel des Gesprächs mit sich selbst kann man kühn mit Bezeichnungen wie „die Wahrheit“ oder „die Liebe“ oder auch „Gott (der Liebe)“ anzudeuten versuchen...

Ich glaube, wer sich wirklich offen (und nicht ständig „nieder gebunden“ durch niedrige „irdische Interessen“) mit diesen hier angesprochenen Fragen und Inhalten beschäftigt, kann dadurch tief in seinem Wesen berührt werden bzw. eine ganz „andere Dimension“ seines inneren Wesens
erspüren...

Jedenfalls kommt auf dem Weg einer zwischen Gewissheit und Wert (für mich und die Welt) abwägenden Entscheidung wohl leicht die tragende Hoffnung auf „Sinn und Glück“ durch bzw. in „Wahrheit und Liebe“ zustande.

Das Gemeinte kann man sich wohl am besten veranschaulichen, indem man sich die ganze Welt als „lebendige Einheit“ – gleichsam als den „Leib Gottes“ – vorstellt.

D.h.: Ich glaube an eine alles tragende Grundlage und ein allem Vollkommenheit bietendes Ziel der Welt.

Und egal, wie sehr man „Glauben“ hier als „Für-wirklich-Halten“(des „göttlichen Welt-Lebens“) verstehen will oder nur als „Darauf-Bauen“ oder sogar bloß als „So-Tun-als-ob“ (-weil das eigene Wesen halt in der Richtung „gewissens-programmiert“ ist-): Wenn man nur ehrlich und gründlich genug darüber nachdächte, würde man dann nicht jedenfalls dafür leben und arbeiten wollen? ...

Selbstverwirklichung durch „Wahrheit und Liebe“

Wie das eigene Wesen von der Wurzel her „in diese Richtung programmiert ist,“ will ich noch etwas ausführlicher durchschauen bzw. darstellen:

Die von mir beschriebene Hoffnung auf „Wahrheit und Liebe“ ist nämlich, schon wenn man es recht unmittelbar betrachtet, sehr deutlich als tragende Grundlage und Orientierungsrahmen für eine echte „Selbstverwirklichung“ des Menschen erkennbar – bereits „in diesem ganz irdischen Leben.“

In solcher echten „Selbst-Verwirklichung“ muss man wohl die einzige Möglichkeit der Lebensgestaltung sehen, die den Menschen im Innersten glücklich machen kann (auf eine zudem sehr unmittelbare und unabhängige Weise)2...

Man erlangt diese Selbstverwirklichung, indem man in Übereinstimmung mit sich selbst, mit seinen höchsten Seelen- Kräften, seinem Gewissen, seinen Erfahrungen und eigenem Denken lebt.

Dieses vom Gewissen geleitete Denken kann man (weiter-)entwickeln, indem man „Wahrheit und Liebe“ bzw. „innere Seelen-Freude“ als einzigen entscheidenden Maßstab annimmt.

Der Gewissens-Maßstab Wahrheit bzw. Liebe meint dabei das insgesamt denkbar Beste, das allgemein Wahre und Gute, und steht in Gegensatz zu einem Leben, dessen letzte Maßstäbe begrenzte Gesichtspunkte oder bloße Teilinteressen sind.3

Fazit des Ganzen:
Ob man es also als religiöse Hoffnung auf die lebendige Einheit der Welt (in Gott) beschreibt oder – vielleicht sogar ohne diese Hoffnung – nur als „Gewissens-Maßstab“ (bzw. „tiefstes eigenes inneres Wesen“) des Allgemeinwohls, womit man sich identifiziert:

Es geht sozusagen um eine Art Zell-Programm, welches „im Kleinen“ bereits das Wesentliche jedes Einzelnen entfaltet und „im Großen“ so weit wie möglich Wachstum hervorbringen kann, vielleicht bis zur Vollendung des Ganzen...

Was erlebe ich als richtiges Denken?
Was sind die Maßstäbe eines richtigen „Gesprächs mit mir selbst?“

Was habe ich nun bisher getan in diesem Gespräch mit mir selbst, bzw. welche methodischen Maßstäbe erscheinen mir passend für so ein
Gespräch?

  • Ich wollte möglichst voraussetzungslos, unvoreingenommen und offen suchen und fragen. Deshalb suchte ich zuerst nach dem Wichtigsten, wonach man suchen kann. Ich wollte auf die jeweils wichtigste Frage die bestbegründbare bzw. – wo man vielleicht nicht weiter begründen kann – ansonsten bestmöglich erscheinende Antwort suchen.
  • (Dieses letztgenannte Grundprinzip bewirkte in meiner persönlichen Lebensgeschichte einen blitz- oder lawinenartigen Umbruch.)

  • Ich wollte möglichst einfach denken. Deshalb fing ich bei dem an, was ich möglichst klar und gewiss verstehen und worüber ich mit meinem Willen am besten verfügen konnte. Von da aus dachte ich weiter zum weniger Verstandenen und weniger Verfügbaren.
  • Ich stützte mich erst einmal auf meine eigenen Erfahrungen und mein eigenes Denken.
  • Dabei wollte ich gleichzeitig aber auch ganz offen sein gegenüber allem, was in das Gespräch mit mir selbst irgendwie hinein genommen werden kann, was darin Bedeutung und Wert haben kann.
  • Dies scheint mir auch allgemein die richtige Weise zu sein, wie man das Gespräch mit sich selbst führen kann.

Und natürlich will ich mein Denken nun ganz darauf ausrichten, das für Alle Vernünftige und Gute herauszufinden, ja sogar, was dem „Allgemeinwohl der Welt“ entspricht. Sozusagen wie ein Organ des Weltorganismus „organisch denken“ lernen, die Dinge dabei von verschiedensten Seiten betrachten und mir selbst der schärfste Kritiker sein.

Wenn ich bedenke, dass ich dem Allgemeinwohl der Welt alle möglichen Teilinteressen - einschließlich z.B. meines Überlebens-Interesses - erforderlichenfalls unterordnen können muss, dann muss das „organische Denken“ wohl eine enorme Quelle an Einsicht und Kraft erschließen können!

Es bietet sich wohl an, dies durch die einheitliche bzw. ganzheitliche Verbindung einer echten Verwurzelung in der eigenen ´(organischen) Lebens-Tiefe` mit der Weite des Selbst-Erlebens als ´Organ des Weltorganismus` anzustreben... Echt mit und als Organ denken sozusagen...

Jedenfalls gehört dazu, das Denkorgan bzw. Denken nicht als Mittel für niedrigere Instinkte oder Neigungen zu missbrauchen, sondern als höchste Ebene unseres Seins und als „Mittel“ höchstens für die Erlangung noch höherer Ebenen anzuerkennen!


  1. Eine „Leer-Stelle“ im alltäglichen „Bedeutungs-Strom“ sozusagen.
  2. Wie sollte andererseits ein Mensch glücklich werden, der sein wahres Selbst schädigt oder verliert?!
  3. Gemeint ist alle kurzsichtige „Tellerrand-Logik“, ob nun am „egoistischen Ich“ bzw. „niederen Selbst“ festgemacht, oder an „Familie“, „Freunden“, „Beruf“, „Hobby“, „Vaterland“, „Ideologien“ oder sonst was.

 

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