Die Schenker

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Ohne ein´ Pfeng gesund und froh

„Öff!Öff!“ pilgert mit Müsli im Bauch und Freundlichkeit gegen jedermann durchs Land

Artikel

Öff!Öff! beim Pilgern

„Öff!Öff!,“ so nennt sich der 32jährige Aussteiger, der auf seiner Pilgertour durch Deutschland in Werdau Station macht.

WERDAU (MSC). Weder Spinner noch Chaot, sondern ein freundlicher Mann, der auf alles verzichtet, was das bürgerliche Leben ausmacht, ist „Öff!Öff!“, ein studierter Theologe und Philosoph, der nichts weiter hat, als er an selbstgeschnei- derten Klamotten am Leibe trägt.

Mit seiner gewaltfreien freundlichen Art will er die Welt verbessern. Der 32jährige Jürgen Wagner („Öff!Öff!“), hat vor fünf Jahren dem Bundespräsidenten seinen Ausweis geschickt und ist aus diesem „Verein ausgetreten". Verein nennt er den Staat, den er für sich ablehnt wie jeglichen Besitz. Er lebt nur von dem, was man ihm schenkt, ernährt sich nur von Müsli und Obst, hat seit fünf Jahren keinen Pfennig mehr in der Tasche, bettelt nicht, zwingt niemandem ein Gespräch, geschweige denn seine Ideen auf.

Aber wer ihn anspricht, wird Antwort bekommen, kann ihn nach allem fragen und wird so erfahren, daß Jesus, Buddha und Gandhi die Säulen seiner gewaltfreien Philosophie sind.

Er predigt nicht, sondern lebt die Tugend des Verzichts, lehnt jegliche Herrschaftssysteme ab. Amüsiert, wenn sich ihm Ordnungsämter oder gar Polizei entgegenstellen, weil er ja mit seinem Transparent eine unangemeldete Ein-Mann-Kundgebung veranstaltet. In Werdau ließ man ihn nach anfänglicher Drohgebärde auf der Brunnenkante sitzen, unter sich „Bild", neben sich Tauben und nur wenige Leute, die Lust verspürten, mit dem komischen Typen über den Weltfrieden zu reden.

Zumindest nachdenklich macht er seine Gesprächspartner, so denn einer ihn anspricht. Liebe und Sex verteufelt er nicht, aber Familie und Kinder will er trotz Aussteigerfreundin Tü!Tü! dieser Welt nicht auch noch antun.

Er lehnt es ab, sich den Bauch vollzuschlagen, während in der Welt täglich 20.000 Kinder elend verhungern. Mit dem, was freundliche Menschen ihm schenken, kommt er hin. Und es gibt Tage, da ist eben keiner freundlich zu ihm. Da hat er Hunger, manchmal tagelang.

Verantwortlich leben nennt er seine Haltung, die an die Ideale eines Anarchokommunisten erinnert. Der aus dem Ruhrgebiet stammende junge Mann sprach gestern im Fraureuther Gemeindehaus über seine Lebensvorstellungen ohne Geld und eigenen Besitz.

Eingeladen zu dieser Runde hatte ihn Pfarrer Wohlfarth. Der hatte ihm auch angeboten, ihn für eine Nacht im Gästezimmer unterzubringen. „Das ist mir schon zu üppig. Ich schlafe unter meiner Plane im Garten des Pfarrhauses", schmunzelt „Öff!Öff!“, dem rheinischer Humor nicht abzusprechen ist, wenn er seine Askese beschreibt: „Ein Gefängnisaufenthalt wäre für mich viel zu luxeriös".

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